2018: Hoffnung für abgelegene Dörfer

Viele Dörfer in Peru und Kenia sind in Gefahr: Landrechtskonflikte und Armut, Bildungsmangel und Perspektivlosigkeit, Waldzerstörung und Dürre bedrohen das Überleben der Menschen.

Doch in den Chance-Partnerdörfern, wie z.B. San Gerónimo und San Pedro de Pichanáz in den Regenwäldern Perus genauso wie im kenianischen Siana, wollen die Dorfbewohner sich nicht länger entmutigen lassen. Sie organisieren sich, um ihre Dörfer zu retten, ihren Kindern Perspektiven zu schaffen, die Armut zu bekämpfen und ihre Wälder und Savannen zu bewahren.

Angeführt werden sie dabei von besonders engagierten Dorfbewohnern wie Ronald und Berna, Rebeca und Juan sowie Moses, Mark und Lineth. Chance e.V. begleitet sie, damit ihr Traum von einer lebenswerten und nachhaltigen Zukunft wahr werden kann.

Die Indianer aus San Gerónimo leben in einer malerischen, aber bettelarmen Siedlung im Regenwald. Doch korrupte Beamte wollen das Dorf nicht anerkennen, die Menschen vertreiben und das Land an Spekulanten verschachern. Viele Kinder leiden an Mangelernährung, weil Eindringlinge durch Dynamit-Fischen die Flüsse zerstört und die Wälder leer gejagt haben. Ronald und Berna mobilisieren das Dorf und sind viel unterwegs. Denn bei der Schulbehörde, dem Amt für Indianerangelegenheiten und dem Katasteramt müssen sie immer wieder um ihre Rechte kämpfen. Chance e.V. macht den Dorfbewohnern Mut und finanziert die Reisekosten für Behördengänge, die Anwaltshonorare im Landrechtsstreit und das Gehalt der Dorflehrerin. Wir stärken Selbstvertrauen und Selbstverwaltung und bekämpfen die tägliche Not durch Gartenbau, Hühner- und Meerschweinchenzucht sowie Aufforstungsmaßnahmen.

Nicht weit entfernt liegt San Pedro de Pichanáz. Zwar muss das Dorf nicht mehr um Anerkennung  kämpfen, doch fehlt eine Dorfsatzung, die nötig wäre, um sinnvolle Entwicklung zu ermöglichen. Ohne Satzung aber herrscht Gesetzlosigkeit: Ein korrupter Holzunternehmer verschaffte sich Zugang zum Dorf und beutet die Wälder skrupellos aus. Für eine LKW-Ladung Edelhölzer und Urwaldriesen zahlt er gerade einmal 200 Euro, was nur ein Bruchteil des wahren Holzwertes ist. „Wenn in ein paar Jahren alle Bäume weg sind, zieht der Unternehmer weiter und lässt unser Dorf in noch größerer Armut zurück,“ erklären die Dorfchefs Juan und Rebeca. Damit das nicht passiert, begleiten wir die Dorfbewohner dabei, die Gesetzlosigkeit zu beenden, Verträge neu zu verhandeln und eine alle Lebensbereiche ordnende Dorfsatzung auszuarbeiten. Ein nachhaltiger Dorfentwicklungsplan soll dann die schonende Nutzung der Wälder ermöglichen und so Naturschutz und Armutsbekämpfung gleichermaßen fördern. Schließlich helfen wir bei der Erschließung neuer Tätigkeitsfelder wie Fischzucht und Tourismus, um alternative Einkommensmöglichkeiten zu schaffen.

Siana  liegt in den Maasai-Ebenen Kenias, wo es kaum noch regnet. Jeden Tag beten die Dorfbewohner um ein Ende der Dürre, weil es kein Gras mehr gibt und ihre Kühe verhungern. „Wie sollen unsere Kinder zur Schule gehen, wenn die Eltern das Schulgeld ohne Rinder nicht mehr zahlen können?“ – fragten sich Moses, Lineth und Mark, und gründeten mit anderen Dorfbewohnern eine Selbsthilfegruppe. Chance e.V. unterstützt die Gemeinschaft dabei, Strategien zu entwickeln, um den Dürreperioden nicht hilflos ausgeliefert zu sein. Wir fördern Frauen und vermitteln den ärmsten Kindern deutsche Paten, damit sie weiter zur Schule gehen können. Gleichzeitig suchen wir gemeinsam mit den Dorfbewohnern nach Wegen, wie sie von den Touristen im benachbarten Maasai Mara Reservat profitieren und ihre Armut so selber bekämpfen können.

Gemeinsam ist diesen drei Dörfern die Entschlossenheit der Menschen, die für ihre Dörfer beten sowie aktiv Verantwortung übernehmen. Berna aus San Gerónimo beschreibt unsere Begleitung dieser Menschen so: „Chance e.V. macht uns von innen stark, damit wir selber aktiv werden können. So behalten wir unsere Würde und hinterlassen unseren Kindern ein funktionierendes Dorf. “

Zu unserem Einsatz an der Seite dieser und anderer Dorfgemeinschaften zählen Schulungen mit Fachkräften wie Agrartechnikern, Forstwirten und Ethnologen, Landvermessung, Rechtsberatung, Erstellung von Raumnutzungsplänen und Armutsbekämpfung, Lobbyarbeit, Umweltschutz, Kinderfreizeiten und Frauen-förderung, Stärkung der indigenen Identität und Beratung. All das ist wichtig für die ganzheitliche Entwicklung der Dörfer, damit eine lebenswerte, nachhaltige und selbstbestimmte Zukunft möglich wird.

Allein für diese drei Dörfer haben wir für 2018 fast 70.000 Euro veranschlagt. Nur ein Teil ist durch Dauerspenden gedeckt, so dass uns noch fast 50.000 Euro fehlen. Genau dafür brauchen wir Ihre Hilfe:

Schenken Sie diesen Menschen doch zu Weihnachten die Chance, ihre Dörfer zu retten und ihr Zusammenleben positiv zu gestalten. Unterstützen Sie uns hierfür mit einer Spende mit dem Verwendungszweck „8100 Weihnachtsaktion.“ Das Spendenkonto lautet wie immer: DE92 3506 0190 1014 4450 10 – BIC: GENODED1DKD – KD Bank.

Gemeinsam können wir so die Welt, die wir kennen, ein klein Wenig umgestalten in die Welt, die Gott beabsichtigt – und zwar ganz konkret in ein paar Dörfern in Peru und Kenia.

Vielen Dank, muchas gracias und ashé oleng, dass Sie auch 2017 wieder mit all diesen Menschen und unserem Team unterwegs waren. Bleiben Sie auch 2018 an unserer Seite!

Muchas Gracias – Parasyos – Asante Sana – Ashé Oleng

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Endlich – zweijährigen Kampf gewonnen!

Nach dem massiven Einsatz unserer Anwälte waren die Beamten der peruanischen Forstbehörde endlich bereit, ihre Arbeit zu tun… Die Verträge sind unterschrieben und fast 18.000 Hektar unberührten Regenwaldes wurden unserer Partnerorganisation Atiycuy auf 40 Jahre übertragen, um die Wälder zu bewahren und mit den umliegenden Dörfern nachhaltige und ganzheitlich zu arbeiten.
DANKE für eure Gebete und Unterstützung!
Die Fotos zeigen Projektleiterin Elizabeth und einen der Anwälte bei der Unterschrift sowie den unterzeichneten Vertrag.

Countdown läuft:

Heute hat unser Team mitsamt Anwältin einen Termin mit dem Chef der politischen Abteilung der obersten Forstbehörde. Bis Weihnachten müssen die Verträge unterzeichnet werden, um die vom Gesetzgeber vorgesehene Chance nutzen zu können. Es geht um fast 20.000 Hektar Regenwald und mehrere kleine Dörfer.
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Tränen der Überraschung

Zwei unserer Patenkinder in Peru mussten in ein entlegenes Indianerdorf umziehen. Unsere peruanische Sozialarbeiterin Angélica machte sich dann auf den Weg, um die beiden zu besuchen. Alein die Anreise dauerte 4,5 Stunden. Als die Kinder Angélica sahen, fingen sie vor Freude an zu weinen und nahmen sie fest in den Arm. Auch die Mutter der beiden konnte es kaum fassen und rief mit Tränen in den Augen nach der Dorfchefin. Auch die war sprachlos und sagte, so viel Anteilnahme hätte sie noch nie erlebt. Jetzt möchte sie unsere Partnerorganisation besuchen, um zu fragen, ob wir auch in ihrem Dorf aktiv werden können.

Die Eisbrecher-Hühner von Yunculmás:

Zwei Jahre lange führten wir Gespräche mit den Bewohnern von Yunculmás. Langsam wächst das Vertrauen und die Lust der Dorfbewohner, mit unserem Team zusammenzuarbeiten.

Vor zwei Monaten dann befähigten wir 10 Familien dazu, ihre eigenen Hühner zu züchten. Die Hennen von drei Familien ziehen jetzt schon die ersten Küken auf. Diese Hühner haben das Eis gebrochen, nun wollen noch mehr Dorfbewohner mit uns zusammenarbeiten. Dabei ist das Ziel ein ganzheitlich und nachhaltig selbst verwaltetes und starkes Dorf.